Bildvergleich Kunst Beispiel Essay

Inhalt

1. Einleitung

2. Bildbeschreibungen:
2.1. „Beweinung Christi“ von Perugino (1495)
2.2. „Grabtragung“ von Raphael (1507)

3. Bildvergleich

4. Fazit

5. Abbildung der Gemälde

6. Bildnachweis

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Seminararbeit stehen die beiden Gemälde „Beweinung Christi“ (1495) von Perugino und „Grabtragung“ (1507) von Raphael, der Epoche Renaissance zugehörig, im Mittelpunkt. Nach einer detailgenauen, einzeln verfassten Bildbeschreibung, werden die Gemälde verglichen und nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten untersucht, die sich hauptsächlich auf bildkompositorische Tatsachen belaufen werden. Die Orientierung an den, bei beiden Szenen gleichen Bibelstellen (Matthäus 27 bzw. Lukas 23 und Johannes 19), weist wiederum ikonographische und typologische Unterschiede auf, die ebenfalls im Bildvergleich herausgearbeitet werden.

2. Bildbeschreibungen:

2.1. „Beweinung Christi“ von Perugino

Das vorliegende Gemälde “Beweinung Christi” aus dem Jahre 1495 von Perugino (Pietro Vannucci) hat die Maße 220x195 cm und hängt derzeit in der Galleria Palatina im Palazzo Pitti in Florenz.

Auf dem hochformatigen Gemälde ist eine große Menschengruppe vor einer bergigen Landschaft und der Stadt Jerusalem abgebildet. Die Gruppe nimmt flächendeckend circa zwei Drittel des Gemäldes ein und besteht aus zwölf Personen, von denen sechs stehend und fünf hockend bzw. kniend dargestellt sind. Die Aufmerksamkeit dieser Menschen gilt dem gerade vom Kreuz abgenommenen Christus, der im Vordergrund auf seiner, vom Betrachter aus längs abgebildeten, vorerst noch geschlossenen Grabstätte abgelegt wird. Die Szenerie ist direkt vor zwei großen Felsen, was den biblisch festgehaltenen Standpunkt des Grabes aufgreift: „59Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leichentuch 60und legte ihn in sein eigenes neues Grab, das er in einen Felsen hatte hauen lassen (...)“[1].

Jesus` Oberkörper wird vom weißbärtigen Ratsherr Josef von Arimathäa gestützt, der direkt hinter ihm kniet – somit wird er in eine sitzende Haltung gebracht; sein Gesicht ist im Halbprofil zu erkennen. Maria, die Jesus nahezu auf der Bildmittelachse gegenüber kniet und ihn in nach vorne gebeugter Haltung anblickt, hält mit beiden Händen seinen Arm. Links oberhalb der Mutter ist Maria Magdalena abgebildet, die rechts von Christus sitzt, seinen Kopf hält und ihm ins Gesicht blickt. Etwas weiter rechts, von dieser intimen Szenerie abgeschottet, ist eine junge Frau, die in betender Haltung ebenfalls zum Heiland aufschaut. Am rechten unteren Bildrand wurde Nikodemus positioniert, der das Leichentuch an beiden Enden festhält.

Über diesen nahezu halbkreisförmig, um den Verstorbenen angeordneten Menschen, stehen wiederum sechs Personen, fast gleichmäßig vom linken zum rechten Bildrand verteilt. Die auf der Bildmittelachse positionierte, junge Frau hebt im Klagegestus die Hände. Weitere drei Männer sind auf der rechten Bildseite gruppiert. Der links stehende Mann ist gestikulierend dem Protagonisten abgewandt; rechts neben ihm ruht ein älterer Herr betend, mit geschlossenen Augen. Davor steht ein in die Ferne Blickender mit vor dem Schoß gefalteten Händen.

Dieser Gruppe gegenüber weilt eine leicht nach unten, gen Jesus gebeugte Frau mit Kopfbedeckung, die die Hände in betender Haltung ans Gesicht lehnt. Links neben ihr und durch den Bildrand abgeschnitten ist der barfüßige Johannes in melancholischer Pose, auf Christus blickend. Bildmittig öffnet sich eine, durch sich links und rechts befindende Felsen eingeschränkte Sicht auf einen Fluss und Jerusalem. Einzelne Bäume und Büsche säumen die Wege und Berge. Der teilweise bewölkte Himmel wird zum Horizont hin klarer und heller.

Jesus nimmt in seiner unüberschnittenen Position vordergründig nahezu die ganze Breite des Gemäldes ein. Nur von einem bläulichen Lendenschutz bedeckt, sind seine Beine bis zu den Kniegelenken auf dem Sarg abgelegt, der durch das Leichentuch verdeckt ist. Seine Fersen liegen unten auf einer weiteren Stufe auf – die Beine sind durch diese Haltung fast gestreckt. Es ist nur ein Wundmal am rechten Fuß zu erkennen. Der Oberkörper ist in sich zusammengesackt, wird aber gestützt und in eine leicht schräge, nach rechts gedrehte Haltung gebracht. Unterhalb der rechten Brustwarze ist eine tiefe Wunde zu erkennen, aus der noch einige Tropfen Blut laufen. Der muskulöse Arm auf gleicher Seite hängt leblos herunter, ist aber durch das Aufrichten des Rumpfes in einem leicht nach vorne geneigten Winkel. Die Hand ist halb geschlossen und zeigt das Wundmal. Der andere Arm ist durch den Schatten, den Marias Körper wirft im Halbdunkel und wird nach oben gehalten. Die Hand hängt jedoch schlaff herab – es sind nur Daumen und Zeigefinger zu erkennen. Christus` Kopf liegt nahezu auf seinem Brustkorb auf, wird aber von Maria Magdalena davor bewahrt. Die Gesichtszüge sind leblos und in sich ruhend; der Mund steht leicht offen, wohingegen die Augen geschlossen sind. Die halblangen, braunen Haare kräuseln sich im Nacken. Wunden von der bereits abgenommenen Dornenkrone sind nicht zu erkennen. Das weiße Leichentuch, auf dem Jesus sitzt, zeichnet das Grab ab und erstreckt sich über die ganze Körperlänge.

Die weiße Kopfbedeckung der Maria bildet ein Pendant zum ebenfalls weißen Leichentuch, da auch sonst nichts vergleichbar Helles auf dem Gemälde abgebildet ist. Der Stoff ist in weichen Falten um Kopf und Hals gelegt; Ohren und Stirn sind nicht zu erkennen. Da ihr Umhang, den sie um die Schultern trägt hingegen so dunkel ist, dass nur schemenhafte Umrisse zu erkennen sind, liegt der Schwerpunkt dieser Figur eindeutig auf dem weiß umrahmten Gesicht, von dem die linke Gesichtshälfte gezeigt wird. Ihr Ausdruck wirkt sehr durchdringend. In fast schon bittender, flehender Haltung kniet die Frau vor ihrem Sohn und umklammert mit beiden Händen seinen Unterarm.

Ebenfalls in dieser Szene verankert ist die von vorne abgebildete Maria Magdalena, die mit ihrer linken Hand Jesus Kopf oberhalb der Stirn und mit der Rechten den Nacken hält. Es scheint, als richte sie seinen Kopf auch auf, um ihm in das Gesicht blicken zu können, was durch ihre Sitzposition etwas erschwert wird. Dadurch neigt sie ihren Oberkörper auch nach rechts. Jesus Gesicht ist auf ihrer Brusthöhe, weswegen sie nach unten blickt, was ihre Augen vom Betrachter aus geschlossen aussehen lässt. Sie trägt abgesehen von allen anderen Frauen auf dem Gemälde offene Haare, die seitlich etwas zusammengebunden sind. Das grünliche Kleid aus samtigem Stoff mit querrechteckigem Halsausschnitt, ist bis zur Körpermitte sichtbar, an der sie noch eine Art roten Kummerbund trägt. Am linken, über der Brust gehaltenen Arm hat das Kleid eine Raffung, aus der das Unterkleid herausschaut.

Josef von Arimathäa kniet in Jesus Schatten, wodurch sein Körper nur spärlich zu erkennen ist. Sein gealtertes, faltiges Gesicht ist von einem weißen, langen Vollbart umrahmt und zeigt vor allem durch die nach unten gezogenen Mundwinkel Spuren der Anstrengung. Die Augen schauen nach rechts, in der Bemühung, Jesus´ Gesicht anzublicken. Um besseren Halt zu haben, kniet der Alte auf seinem linken Bein, von dem nur der auf Zehenspitzen aufgestellte Fuß seitlich zu erkennen ist. Das andere Bein ist rechtwinklig aufgestellt; auch der Fuß, von dem die Zehen zu sehen sind, steht fest auf. Mit dem rechten, gebeugten Arm und weit geöffneter Hand greift Josef unter Christus` Achsel. Die andere Hand ist nur schwach unter Jesus linkem Arm zu erkennen. Der Mann trägt ein tiefblaues Gewand mit goldenen, brokatverzierten Ärmeln. In groben Falten legt es sich um den Körper. An der Schulter ist eine Art goldene Kordel angebracht. Die Körperhaltung und das durch Anstrengung gezeichnete Gesicht lassen darauf schließen, dass er Jesus gerade erst abgesetzt hat. Diese Annahme wird verstärkt durch den Josef bzw. Christus gegenüberhockenden Nikodemus, der das Leichentuch an den Enden hält. Seine Arme sind bis zur Körpermitte nach oben gebeugt und beide Fäuste umschließen fest das Tuch. Der Mann ist ähnlich wie Josef in einer Haltung, die ein Ablegen Christus` verrät: rechts ist der Fuß aufgesetzt, links lehnt er auf dem Knie und der Oberkörper ist nach unten gebückt. Er streckt seinen Kopf, der im Halbprofil abgebildet ist, nach oben und blickt den ehemals Gekreuzigten an. Um seine lockigen, braunen Haare ist ein blaues Stirnband gewickelt; ein blaues Unter- und ein helloranges Obergewand umgeben seinen Körper. Darüber ist noch ein dunkler Wams mit rechteckigem Halsausschnitt. Im Gegensatz zu anderen auf dem Gemälde sichtbaren Füßen, sind seine nicht nackt, sondern in einer Sandale. Allerdings ist nur das rechte, durch die Sitzposition entblößte Bein zu sehen.

Der thematische Zusammenhang der vier, eben beschriebenen Personen, die alle Jesus berühren und ihn stützen, ist bei der ebenfalls rechts vor Jesus knienden Frau nicht mehr vorhanden. Trotzdem ist sie noch in dem angesprochenen „Halbkreis“ um Christus integriert. Ihr Kopf ist nach rechts unten geneigt, was ihren Ausdruck sehr wehmütig, aber auch fromm macht. Dieser Eindruck wird durch die gen Jesus ausgerichtete, betende Haltung verstärkt. Gesicht und Fingerspitzen zeigen in die gleiche Richtung, weswegen ihr Oberkörper geradezu nach vorne strebend aussieht. Ihr Haar ist nur teilweise unter der Haube zu erkennen. Wie Maria trägt sie über ihrem dunkelroten, langärmligen Kleid eine Art Umhang bzw. Schaube. Ihre Beine sind, wie auch bei vielen anderen Personen durch die dominierende Schattigkeit im Gemälde nicht zu erkennen.

Die ins Auge fallende Frau der sechs gleichmäßig über die Breite des Gemäldes verteilten, stehenden Personen, wird durch ihre Gestik und bildmittige Positionierung auffällig. Sie hat ihre Hände in Schulterhöhe erhoben, was ihre Handflächen sichtbar macht. Ihr Blick richtet sich nach unten auf den Gepeinigten, so dass nur fast ihr ganzes Antlitz zu sehen ist. Der Gesichtsausdruck der Figur verrät im Vergleich mit der Handhaltung wenig Schrecken – eher blickt sie stumm und mit einiger Schlichtheit auf die sich vor ihr abspielende Szenerie. Sie trägt ein rotes, unter der Brust gerafftes Kleid mit halblangen Ärmeln, sodass ihr dunkelblaues Unterkleid hervorschaut. Um ihre Hüften ist eine rote Stola geschlungen. Auch ihre Haare sind mit ähnlich rotem Stoff, der am Hinterkopf geknotet ist, bedeckt. Auf der Stirn und um den querrechteckigen Halsausschnitt ist ein nahezu transparentes Band bzw. Schleier zu sehen. Ihre Beine sind von Marias Körper verdeckt.

Wiederum durch das Verhalten, welches sich von anderen Dargestellten abgrenzt, auffällig wird der gleich rechts neben der eben beschriebenen Frau stehende Mann, der sich völlig dem Protagonisten des Gemäldes abwendet und sich anscheinend mit einer nicht abgebildeten Person gestikulierend austauscht. Er fixiert einen Punkt rechts außerhalb des Gemäldes, wodurch sein Kopf nach links unten gebeugt ist – somit bleibt dem Betrachter die linke Gesichtshälfte verschlossen. Der Mund ist zu. Den rechten Arm hält der augenscheinlich Kahlköpfige angewinkelt; die Hand, bzw. der nach links und auf die andere Hand deutende, gestreckte Zeigefinger werden vor den Bauch gehalten. Der andere Arm, von dem durch den Schatten nur Umrisse zu sehen sind, ist ebenfalls in Bauchhöhe; die Handfläche zeigt nach oben und die Finger sind halb geschlossen. Der Mann trägt ein hellrotes, am Hinterkopf zu einem Knoten geschlungenes Kopftuch, welches das sichtbare Ohr freilässt. In der gleichen Farbe hat er ein wie gold verziert- wirkendes, langärmliges Hemd über einem blauen Untergewand an. Der Ausschnitt des Hemdes ist durch den Schatten nicht zu erkennen.

Die einzige, den Betrachter anblickende Figur steht etwas vordergründiger am rechten Bildrand und hat den Kopf leicht nach links gedreht. Die Gesichtszüge sind neutral, muten aber in Verbindung mit den unter dem Bauch gefalteten Händen eine trauernde Stimmung an. Die Hände sind allerdings nicht im betenden Gestus gefaltet, da die Handballen sich nicht berühren. Die Arme hängen locker herab und die Knie bzw. Füße sind durch den ihn überschneidenden Nikodemus nicht zu sehen. Der Braun- und Langhaarige trägt ein tiefblaues Untergewand und einen roten, wallenden, durch einen Gurt am Bauch gehaltenen Überwurf, der in groben Falten um Hüften, Beine und die linke Schulter gelegt ist. Zwischen ihm und dem gestikulierenden Mann steht ein fast im Schatten verschwundener Alter, von dem nur Kopf und betende Hände abgebildet sind. Augenscheinlich trägt er eine Art Kapuze, da nur sein weißer, kurzer Vollbart zu sehen ist und seine Kopfbedeckung die gleiche dunkle Farbe wie sein an der Schulter sichtbares Gewand hat. Sein Gesicht ist durch die leicht nach rechts unten gewandte Haltung nicht vollständig zu sehen. Seine Augen sind verschlossen. Die Hände sind an der Brust verschränkt – er ist offensichtlich in sich und seinem Gebet versunken.

Gegenüber dieser Personengruppe am linken Bildrand stehen zwei weitere, am Geschehen beteiligte Menschen: Weiter zur Bildmitte hin steht eine trauernde Frau, die in nach links unten gebeugter Haltung auf Christus blickt. Dadurch sind ihre Augen gesenkt. Ihre Hände sind zum Gebet gefaltet und an das Kinn gelehnt. In den runden Halsausschnitt fällt eine braune Locke vom hochgesteckten Haar, das unter einem geknoteten Tuch halb verborgen ist. Ihr Kleid ist dunkelblau und bis zu den Hüften erkennbar. Links neben der Frau steht Johannes in dunklem Gewand mit rundem Ausschnitt und rötlichem Ärmel. Das Gesicht mit den braunen, halblangen Locken ist im Halbprofil abgebildet und zeigt nach unten auf den Protagonisten. Die linke Hand ist in melancholischer Pose an eine Gesichtshälfte gelegt, so dass nur der Handballen sichtbar ist. Seine rechte Hand stützt den Ellenbogen. Wegen des Bildrandes ist nur die linke Seite dieser Figur zu erkennen.

Das obere Drittel im Gemälde ist von Landschaft und Himmel bedeckt. Vordergründig stehen zwei, in dunklen Farben gehaltene Felsteile, die in grober Abstufung in die festgehaltene Szene ragen. Die Brocken sind jeweils nur so groß, dass sie hinter den sich am rechten, bzw. linken Bildrand befindenden, gruppierten Menschen zu sehen sind. Auf diesen Gesteinen sind einzelne, insgesamt sechs, dünnstämmige Bäume. Der Blick, den die Felsen freigeben fällt auf einen vom Toten Meer abgehenden Flussarm und Jerusalem. Vor dem Gewässer ist noch ein unbesiedeltes Ufer mit einzelnen, dichten Büschen. Die Stadt ist in der linken Bildhälfte und zeigt eine auf Bergen gebaute Burg, die durch eine Brücke an einen Turm anbindet. Vereinzelte Türme und Häuser ebenfalls aus Stein sind noch zu erkennen. Die Landschaft wird nach links oben hin immer höher und bergiger – zum Ufer hin flacht sie ab. Im Hintergrund der Stadt sind zusätzlich mehrere begrünte Hügel und Berge. Der Himmel hat eine eher schlichte Farbigkeit. Oberhalb ist ein wenig blau zu erkennen, von Wolken umsäumt. Zum See bzw. Horizont hin wird der Himmel immer heller. Rechts oben sind gelbliche, dichte Wolken zu sehen.

2.2. Bildbeschreibung: „Grabtragung“ von Raphael

Das nun vorliegende, von Raphael (Raffaello Santi) 1507 geschaffene Gemälde „Grabtragung“ hat die Maße 184 x 176 cm und hängt heute in der Galleria Borghese, Rom.

Auf dem hochformatigen Gemälde, flächendeckend drei Viertel einnehmend, sind zehn Menschen in Bewegung vor einer Landschaft zu sehen. Die Personen sind gleichmäßig vom einen zum anderen Bildrand angeordnet, teilen sich aber nahezu in zwei, durch die Bildmittelachse imaginär getrennte Fünfer- Gruppen auf, die jeweils enger zusammenstehen. Auch hier ist Christus, der vom Kreuz abgenommen und zu seiner Grabstätte getragen wird, im Mittelpunkt des Geschehens. Das Leichentuch dient als provisorische Trage und wird von zwei Männern kniehoch gehalten. Die erschlafften Gliedmaßen hängen herunter, wohingegen der Oberkörper mehr aufrecht ist.

Die vorne, rechts von der Bildmitte am größten abgebildete, dominante Person hält die Enden des Leichentuches und hat eine nach hinten gelehnte Körperhaltung. Die starken Arme dieses Mannes sind ebenso durch die Last gestreckt, wie die des anderen, jüngeren Trägers, der Jesus` Rumpf hält. Dieser geht rückwärts, nahe dem linken Bildrand und schaut zum Himmel. Christus` Kopf liegt auf seiner Brust. Maria Magdalena ist hinter dem Gekreuzigten, dessen Körper sich fast über das ganze Gemälde erstreckt und hält seine linke Hand. Sie eilt mit nach vorne strebender Haltung neben den anderen her.

Joseph von Arimathäa, der links neben Magdalena geht, schaut mit verdrehtem Kopf auf Jesus, dessen Rumpf den Weißbärtigen halb überschneidet. Er macht einen großen Schritt zum linken Bildrand hin und kollidiert so fast mit dem links neben ihm stehenden Johannes. Der Jünger Jesu blickt runter auf den Verstorbenen und hat die Hände betend bzw. bittend gefaltet. Sein Körper ist, abgesehen vom rechten Bein, nicht zu erkennen.

[...]



[1] Mt 27, 59.

GLIEDERUNG

1.Klärung der Kunststile
1.1. Der Impressionismus
1.2. Der Expressionismus

2. Auguste Renoir - Vertreter des Impressionismus
2.1. Leben
2.2. Werke

3. August Macke - Vertreter des Expressionismus
3.1. Leben
3.2. Werke

4. Der Vergleich des Motivs „Frau“
4.1. Darstellung der Frau bei Auguste Renoir
4.2. Darstellung der Frau bei August Macke
4.3. Zusammenfassung

1. Klärung der Kunststile

1.1. Der Impressionismus

Im späten 19. Jahrhundert entstand in Frankreich eine Gegenreaktion zur akademischen Malerei: Der Impressionismus. Mit seiner Konzeption des „l’art pour l’art“ (Kunst um der Kunst willen) begründete der Impressionismus die ästhetische Moderne.

Die impressionistischen Maler zogen es vor, in der freien Natur statt im Atelier zu malen. Sie wählten Landschaften und alltägliche Straßenszenen als Thema. Im Mittelpunkt stand die Wiedergabe der natürlichen Lichtwirkungen, wobei die Maler den persönlichen Eindruck des Augenblicks festzuhalten suchten. Zu den bedeutendsten Impressionisten gehörten Edgar Degas, Claude Monet, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Pierre Auguste Renoir und Alfred Sisley. Die Konzentration auf die Lichtwirkung führte dazu, dass die Impressionisten die Umrissformen der Objekte gezielt verwischten. Auch stellten sie erstmals die Farbigkeit von Schatten heraus. Die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie deren Komplementärfarben Grün, Lila und Orange wurden mit kurzen Pinselstrichen nebeneinander gesetzt, so dass sich der Bildeindruck erst bei angemessener Betrachtungsentfernung ergab. Durch die Kontrastierung einer Primärfarbe (etwa Rot) mit ihrer Komplementärfarbe (etwa Grün) entstand der spezifisch „flirrende“ Charakter impressionistischer Gemälde. Auf diese Weise erreichten die Impressionisten eine größere Leuchtkraft der Farben und eine höhere Brillanz als bei einer Vermischung der Farben vor ihrem Auftrag auf die Leinwand.

1.2. Der Expressionismus

Der Expressionismus ist ein in jeder Hinsicht vielschichtiger und kaum präzise zu definierender Begriff.

Auch war für viele Künstler der Expressionismus nur eine zeitlich begrenzte und vielfach kurze Phase innerhalb ihrer gesamten künstlerischen Entwicklung. Obgleich die Bedeutung und der Einfluss des Expressionismus auf dem Gebiet der bildenden Kunst am stärksten ausgeprägt ist, findet sich der Ausdruck dieser Kunstrichtung ebenso in der Literatur, in Schauspiel, Bühnenbild und Tanz, im Film und in der Architektur wieder.

Das Gründungsjahr der Künstlergemeinschaft „Brücke“ 1905 in Dresden und das Ende der revolutionären Nachkriegsunruhen um 1920 werden allgemein als Eckpfeil für Beginn und Ende der expressionistischen Bewegung in Deutschland genannt. Dabei bedeutet dies keineswegs, dass nach 1920 nicht mehr expressionistisch gemalt, geschrieben oder gebaut wurde. Mit dem Zeitraum von 1905 bis 1920 sind also lediglich jene Jahre gemeint, in denen die politischen Ereignisse und das gesellschaftliche Klima im expressionistischen Stil ihren entsprechenden künstlerischen Ausdruck fanden.

Es kann allerdings nicht von einem einheitlichen, von typischen Merkmalen bestimmten expressionistischen Stil die Rede sein. Der Expressionismus erweist sich eher als der Ausdruck des Lebensgefühls einer jungen Generation, die sich lediglich in der Ablehnung herrschender gesellschaftlicher und politischer Strukturen einig war. Mit der einfachen, kreatürlichen und allein vom Rhythmus der Natur vorgegebenen Lebensgemeinschaft entwarfen die Expressionisten eine Gegenwelt zu der Gesellschaft, die vom industrialisierten Arbeitsprozess und dem wilhelminischen System beeinflusst war.

Dabei ging es für sie bei dieser Auseinandersetzung fast immer auch um die persönliche Selbstbestimmung bzw. Befreiung.

Das Ereignis des Ersten Weltkriegs wurde für die expressionistische Bewegung zu einem einschneidenden Erlebnis. Dem in ganz Deutschland mit nationaler Begeisterung begrüßten Krieg stimmten sie zu, da die alte, als bedrückend empfundene Ordnung zerstört und aus ihren Trümmern eine bessere Gesellschaft errichtet werden sollte. Als kämpfende Soldaten im Felde suchten sie das große Gemeinschaftserlebnis einer Jugend.

Max Beckmann, Kirchner, Heckel, Macke, Marc, Kokoschka, Dix und viele andere meldeten sich als Freiwillige. Damit verbanden sie auch die Hoffnung, neue und unverbrauchte Eindrücke für ihre Malerei zu finden.

Nur wenig expressionistische Künstlern stimmten nicht in die allgemeine Kriegsbegeisterung mit ein. Zu ihnen gehörten Max Pechstein, George Grosz, Ludwig Meidner und Conrad Felixmüller.

Je länger sich der Stellungskrieg jedoch hinzog, desto mehr änderte sich bei den anderen Künstlern die Einstellung: Die Malerei von Dix wandelte sich zu einer Anklage von Militarismus und Bürgertum. Kirchner, Beckmann und Kokoschka ertrugen die Gräuel des Grabenkrieges nicht, brachen physisch und psychisch zusammen und wurden in die Heimat entlassen.

Viele andere unter den noch jungen Expressionisten - Marc, Macke oder Wilhelm Morgner - fielen im Feld.

2.Auguste Renoir

2.1.Leben

Pierre Auguste Renoir kam am 25. Februar 1841 in Frankreich, in Limoges, zur Welt. Sein Vater Léonard, ein Maßschneider, war damals einundvierzig Jahre und seine Mutter Marguerite, geborene Merlet, war dreiunddreißig. Auguste war das vorletzte von fünf Kindern. Wie jedes Kind in diesem Alter malte Auguste schon ein wenig und aus Neugierde ging er regelmäßig in den Louvre. Seine Laufbahn begann er mit dreizehn Jahren in einer Porzellanfabrik, in der er vier Jahre lang arbeitete. Seine Aufgabe war es, kleine Blumensträuße auf Porzellanteller zu malen. Es ergab sich, dass Auguste Renoir eine neue Anstellung bei einem Fabrikanten fand, der sich auf die Herstellung von Vorhängen spezialisiert hatte. Renoir war sehr gewandt und arbeitete ungeheuer flink, so dass er bei dieser Beschäftigung genug verdiente, um sogar etwas Geld beiseite legen zu können. Damit wollte er sich von dem biederen Handwerk verabschieden und erneut in eine Lehre gehen. Im Jahr 1862 trat Renoir in das Atelier Gleyre ein, wo er Bekanntschaft mit Claude Monet, Alfred Sisley und Frédéric Bazille machte. Renoir, Monet, Sisley und Bazille waren unzertrennlich geworden und besuchten gemeinsam den Salon des Refusés, der sie lehrte, den Akademismus abzulehnen und sich der Natur und dem Natürlichen zuzuwenden. Die finanziellen Probleme waren jedoch stets Wegbegleiter Renoirs. Es war beachtlich, dass er, vom materiellen Standpunkt gesehen, überhaupt existieren konnte. Als 1870 der deutsch-französische Krieg ausbrach und Renoir seine Einberufung erhielt, reiste er nach Bordeaux ab. Er wurde dem 10. Reitenden Jägerregiment zugeteilt und in Tarbes kaserniert. Es gelang ihm jedoch bei seinem Rittmeister und dessen Frau, deren Porträt er malte, Sympathie zu erwecken. Somit konnte er in die Hauptstadt zurückkehren. Renoir begann, sich für die menschliche Gestalt zu interessieren. In seinen Ausschnitten aus der Natur verlor er nie den Menschen aus den Augen. Von Anfang an war Renoir der am wenigsten impressionistische der Impressionisten. Die Aufteilung der Töne und die gleichzeitige Kontrastierung der Farben war bei ihm keine Entscheidung, die er fällte, sondern pure Spielerei.

1879 unternahm er mit Lestringuez seine erste Reise nach Algerien, wohin ihn zweifellos die alte Bindung an Delacroix zog. Renoir kehrte zu seinem Lieblingsthema zurück, dem Mädchen aus dem Volke, anstatt sich dem Porträtieren von Damen der großen Welt zu widmen.

Nach seiner Hochzeit mit 20 Jahre jüngeren Aline Charigot im Jahr 1881 reiste Renoir nach Guernsey, dann nach Italien und kehrte 1882 zurück. Sein erster Sohn, Pierre, wurde 1885 geboren. Seitdem entdeckte Auguste Renoir die Kunst neu und widmete sich der Darstellung seiner Familie. Er zeichnete mit rührender Unbeholfenheit und schränkte seinen Horizont zunehmend auf häusliche Bezirke ein.

Bei den letzten Ausstellungen der Impressionisten fehlte er. Sodann reiste Renoir mit Gallimard nach Spanien. 1888 malte er mit Cézanne und die ersten Anzeichen des Rheumatismus machten sich bemerkbar. 1893 kam sein zweiter Sohn, Jean, zur Welt. Im Jahr 1894 lernte Auguste Renoir Vollard kennen und hatte im selben Jahr den ersten schweren Anfall von Rheumatismus. 1896 starb Renoirs Mutter, was ihn sehr mitnahm. 1901 erblickte Claude Renoir das Licht der Welt. Auguste Renoir verewigte ihn mit dem Bild Coco, was gleichzeitig der Spitzname des jüngsten Sohnes war. Von 1910 an konnte Renoir sich nur noch mit Hilfe von Krücken fortbewegen. 1912 versagten seine Arme und Beine ihren Dienst, doch seine Heiterkeit blieb ungetrübt. Er arbeitete mit dem Pinsel zwischen den einzigen beiden Fingern, die er noch einigermaßen bewegen konnte: dem Daumen und dem Zeigefinger.

Seine Frau starb 1914. Renoir überlebte sie nicht lange, denn sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Er musste von seinem Rollstuhl ins Bett gehoben werden. Gegen Ende des Jahres 1918 besuchte er den Louvre ein letztes Mal. Am 30. November malte er noch ein kleines Stillleben und am 3. Dezember, um zwei Uhr früh, verschied er.

Renoir liegt in Essoyes neben seiner Frau begraben.

2.2. Werke

„Lise mit Sonnenschirm“ , 1867 „Frau aus Algier“ , 1870 „Die Loge“ , 1874

„Bal du moulin de la Galette“ , 1876 „La balancoire“ , 1876

„Madame Charpentier und ihre Kinder“ , 1878 „Das Frühstück der Ruderer“ , 1881 „La danse à la ville“ , 1883

„Die großen Badenden“ , 1884-1887 „Filles“ , 1890

„Ruhe nach dem Bad“ , 1918/19

3. August Macke

3.1. Leben

August Macke wurde am 3. Januar 1887 im sauerländischen Meschede an der Ruhr geboren. Gleich nach seiner Geburt zog seine Familie nach Köln um. Von 1893 bis 1904 ging er zur Schule in Köln und Bonn. Mit Ausnahme des Kunstunterrichts interessierte sich August recht wenig für die Schule.

Es zeigte sich schon früh sein künstlerisches Talent. Er verließ 1904, gegen den Willen seiner Eltern, das Gymnasium vorzeitig und trat in die königliche Kunstakademie in Düsseldorf ein. Doch bald wurden seine Erwartungen bald enttäuscht und so wechselte er 1905 zur Kunstgewerbeschule, wo er bei Fritz Helmut Ehmcke arbeitete und von seinem Unterricht sehr begeistert war. Noch im selben Jahr lernt er die Intendantin des Schauspielhauses, Louise Dumont, kennen. Sie erkannte sein Talent und veranlasste ihn dazu, Bühnenbilder und Kostüme zu entwerfen. Er bekam Aufträge für die Dekorationen und Kostüme zu Shakespeares „Macbeth“ und Büchners „Leonce und Lena“.

Dank der Unterstützung durch Bernhard Koehler besuchte August Macke 1907 zum ersten Mal Paris, welches ihn schon lange stark anzog. Dort machte er erstmals Bekanntschaft mit der Malerei des Impressionismus. Von 1907 bis 1908 besuchte er Lovis Corinths Malschule in Berlin, erneut dank der finanziellen Unterstützung von Bernhard Koehler.

Am 1. Oktober 1908 wird Macke als Einjährig-Freiwilliger zum Militärdienst in Bonn eingezogen. Ein Jahr später kam die Heirat mit seiner Jugendfreundin Elisabeth Gerhardt und die Hochzeitsreise in die Schweiz und nach Paris. Nachdem sie zurückgekehrt waren, siedelte Familie Macke für ein Jahr an den Tegernsee über, was sich als äußerst produktiv erwies. Innerhalb eines Jahres entstanden ca. 200 Bilder. Am 13. April 1910 wurde Walter, der erste Sohn von August Macke, geboren. Eine Matisse-Ausstellung im selben Jahr beeindruckte den Künstler sehr und veranlasste ihn, die reinen Farben noch flächiger einzusetzen und auf zusätzliche Schattierungen sowie Abgrenzungen zu verzichten. Durch Franz Marc knüpfte Macke Kontakte zur „Neuen Künstlervereinigung München“, wo er unter anderem Wassily Kandinsky, Alexej Jawelensky und Gabriele Münter kennenlernte. Animiert durch Franz Marc, beteiligte sich August Macke an der Ausstellung des Blauen Reiters in München und verfasste außerdem einen Artikel für den Almanach der Künstlergemeinschaft.

1912 war er mit der Sonderbundausstellung in Köln beschäftigt, die eine erste umfassende Darstellung der neuen europäischen Kunst darbot. Ende des Jahres fuhr Macke zusammen mit dem Ehepaar Marc nach Paris, um unter anderem Robert Delaunay zu besuchen. Am 8. Februar 1913 wurde der zweite Sohn, Wolfgang, geboren. Im selben Jahr zog er mit seiner Familie nach Hilterfingen am Thuner See in der Schweiz. Dort lernte August Macke Louis Moilliet und Paul Klee kennen, woraus sich eine enge Freundschaft entwickelte. Zusammen unternahmen die drei Maler im April 1914 eine Studienreise nach Tunesien, welche im Ganzen 38 Aquarelle und zahlreiche Zeichnungen ergab. Anfang Juni 1914 zog August Macke mit seiner Familie zurück nach Bonn.

Als der erste Weltkrieg am 4. August ausbricht, wurde Macke zum Militärdienst eingezogen. Er fiel schließlich im Alter von 27 Jahren am 26. September 1914 an der Westfront, bei Perthe-les-Hurlus, in der Champagne.

3.2. Werke

„Rheinbrücke am Abend“ , 1906 „Porträt mit Äpfeln“ , 1909 „Indianer auf Pferden“ , 1911 „Kinder im Garten“ , 1912

„Großer Zoologischer Garten“ , 1913 „Das Modegeschäft“ , 1913

„Dame in grüner Jacke“ , 1913 „Türkisches Cafe I“ , 1914 „Türkisches Cafe II“ , 1914

4. Der Vergleich des Motivs „Frau“

4.1. Darstellung der Frau bei Auguste Renoir

Inhalt: Auguste Renoir war ein Maler der Lebensfreude, Sinnlichkeit und des unbeschwerten Seins. Er bevorzugte, im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen, Porträts oder Figurenkompositionen. Seine Bewunderung für das Weibliche ist unverkennbar.

Komposition/ In seinen Werken stellt er die Frauen sehr bewegt dar, wodurch Bewegung: sie natürlich und lebendig wirken. Ab 1883 wendete sich der Künstler einer Malweise mit festen Strukturen und vereinfachter Komposition zu. Auguste Renoir bemühte sich, alles mit seiner Vorstellung vom Menschen in Einklang zu bringen. Zusammen mit seiner Liebe zum Stofflichen, seinem Gespür für das Räumliche sowie seiner großzügigen Darstellungsweise gelang es ihm so, seine Werke der Wirklichkeit sehr nah werden zu lassen. Der Betrachter scheint das pulsierende Leben des Bildes zu spüren.

Farbgestaltung: Durch die Verwendung von hellen und warmen Farben wirken Renoirs Bilder heiter und gefühlvoll. Das Bild Badende auf einem Felsen (S. 19) beispielsweise ist von warmen Rottönen ergriffen und bei dem PortrÄt Madame Henriot (S. 18) wurden wiederum zarte Rosétöne verwendet. Beide Werke drücken auf diese Weise sehr viel Gefühl aus. Die Farbwahl beruht auf der Ablehnung Renoirs Dunkelheit, Unheil oder Hässlichkeit in seinen Bildern darzustellen. In seiner, wie Renoir selbst zu sagen pflegte, „trockenen Periode“ beschränkte er seine Farbpalette auf Erdtöne und Kobaltblau. Ein Meisterwerk aus dieser Zeit ist zweifellos Die groß en Badenden.

Form: Aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Porzellanmaler achtete Auguste Renoir auf klare und feine Züge. Er betont sehr die Körperkonturen, um deutlich die schönen Seiten der Frau aufzuzeigen. Sein Anliegen war stets, bei den Frauen dieselbe Darstellungsweise anzuwenden, wie bei den Früchten. Aus diesem Grund besitzen seine Frauenkörper eine rosig glänzende Haut, feste Brüste sowie relativ kleine runde Gesichter mit Stupsnase und mandelförmigen Augen. Durch die zarten Pinselstriche, die typisch für diese Stilrichtung sind, schaffte Renoir weiche Formen.

Technik/Material: Bei einigen Bildern vermischte er die Farben mit ein wenig Öl, um sie so glatt und durchsichtig erscheinen zu lassen. Eine Trennung der einzelnen Farbflecken sollte, so sagte er selbst, bewirken, „dass der Laie sich einbildet, an der Arbeit des Künstlers teilzuhaben, was wiederum dessen Meisterschaft größer erscheinen lässt“. Aber auch den Aquarelle widmete er sich. Seine Technik war weder streng noch verächtlich. Auguste Renoir war ein viel zu sensibler und lebhafter Künstler, als dass er sich hätte einer eisernen Disziplin unterwerfen können. Er bevorzugte eine geheimnisvolle Leuchtkraft, anstelle der natürlichen Beleuchtung.

4.2. Darstellung der Frau bei August Macke

Inhalt: August Macke verstand seine Bilder als „visuelle Poesie“.

Seine Werke strahlen Lebensfreude aus und zeigen eine Welt voll Harmonie und vom Licht der Farbe umhüllt. Bevorzugt malte er das Alltägliche aus seiner näheren Umgebung, in die stets der Mensch integriert war. Vor allem Frauen, die sich in engen langen Kleidern in sonnigen Parklandschaften, am See oder in der Stadt vor Schaufenstern aufhielten, wurden zu Mackes Lieblingsmotiven. Akte oder Porträts sah man eher selten von August Macke. Seine Figuren waren stets elegant gekleidet.

Komposition/ Was Macke von seinen Zeitgenossen abgrenzte war, dass er Bewegung: in seinen Bilder nicht nach dem Abstrakten strebte, sondern sich „auf die direkte Beobachtung der Natur in ihrem lichterfüllten Wesen“ beschränkte. Die Frauen wirken, als würden sie einen Augenblick wie reglos mitten im Ablauf ihrer Bewegung verharren. Es gelang dem Künstler, in Bildern wie Dame in grüner Jacke (S. 20) kubische und orphistische Elemente in seinem Bildaufbau in Einklang zu bringen. Die Perspektive blieb in seinen Bildern jedoch oft unbeachtet; nur vereinzelt ist eine Räumlichkeit zu spüren. Als Format wählte der Künstler häufig das Quadrat, welches die größte Harmonie ausdrückt.

Farbgestaltung: Die Farbe bestimmte stets den Aufbau seiner Bilder. Er verzichtete auf Hell-Dunkel-Effekte und Schatten und erzielte stattdessen die räumliche Tiefenwirkung durch die „Energie der Farbe“. Durch das Nebeneinandersetzen reiner Farben, gelang es August Macke, Licht und Atmosphäre eines Motivs darzustellen. Vor allem bei seinen Aquarellen, die zahlreich nach seiner Tunesienreise entstanden, lässt sich ein einheitliches Zusammenspiel der Farben erkennen und das Licht wird zum eigenwertigen Medium der Kunst. Der Maler konzentrierte sich allerdings nie nur auf eine Farbe, sondern brachte stets fast alle Farben in seinen Werken unter, wie zum Beispiel beim Hutladen von Milliner (S. 21). Dennoch überragen die warmen Farben, wodurch das Bild und seine Motive kräftig und zugleich freundlich wirken.

Form: August Macke versuchte, „die Verwandlung des Sichtbaren in ein lyrisches Gesamtbild farbiger Formen“ darzustellen, wobei sowohl der Mensch, als auch Gegenstände von weichen Formen umzogen sind. Bestimmte Details, wie zum Beispiel die Gesichtszüge oder Körperkonturen der Frauen, ließ der Künstler dabei weg und zeigte stattdessen die weiblichen Motive auf sehr flächenhafte Art und Weise. Jedoch waren seine Motive, auch ohne Schattierungen oder Detailmodellierungen der Formen, stets erkennbar. Die Ruhe und Ausgeglichenheit seiner Bilder geht hauptsächlich von der klaren Formsprache aus, die August Macke häufig anwendete. In seinem Werk Vor dem Hutladen (S. 21) wird deutlich, dass die Frauen, aber auch jegliche Gegenstände zu Ornamenten einer Fläche werden.

Technik/Material: August Macke verwendete hauptsächlich Ölfarben, bei denen er dieselbe Technik anwand, wie bei seinen Aquarellen. Das bedeutet, dass er die Farben nur leicht hinstrich und so die Harmonie erzeugte, die sehr typisch für seine Bilder ist.

4.3. Zusammenfassung

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